„Ich bin enttäuscht und besorgt angesichts der Entscheidungen der derzeitigen US-Regierung, die von einem Land kommen, das uns durch ein jahrzehntelanges Bündnis aber auch durch tiefe freundschaftliche und kulturelle Verbindungen nahesteht. Unsere zahlreichen in die USA ausgewanderten Landsleute haben dazu beigetragen, unsere Küche, das Made in Italy und das italienische „Saper Vivere“ – unseren in Übersee so beliebten und gerne nachgeahmten Lebensstil – zu verbreiten. In diesem Zusammenhang löst die Entscheidung für 30%ige Zölle, die sogar die im April getätigte Ankündigung von 20% übersteigen, größte Beunruhigung bei italienischen Unternehmen aus. Für den Molkerei- und Käsereisektor sieht die Situation sogar noch schlimmer aus, denn es besteht die Gefahr, dass dieser Prozentsatz zu den bereits geltenden 15% hinzukommt. Für den Gorgonzola g.U. beläuft sich der US-Markt auf einen Wert von über 3 Mio. Euro mit 387 Tonnen exportiertem Produkt pro Jahr. Wird ein durchschnittlicher Kilopreis von 10,00 € zugrunde gelegt, wird der Gorgonzola den amerikanischen Verbraucher rund das doppelte des heutigen Preises kosten!
Uns wird gesagt, die einzige Möglichkeit, die Zölle zu umgehen, bestehe darin, die Produktion in die USA zu verlagern, aber unsere Landwirtschafts- und Lebensmittelprodukte mit g.U. und g.g.A. sind per Definition an das Ursprungsgebiet geknüpft, in dem der Rohstoff erzeugt wird. Daher geht es hier nicht um eine Verlagerung, sondern um die Vernichtung unserer Produktion und Tradition. Und das wird von einem unserer Verbündeten von uns verlangt? An dieser Stelle angelangt, ist es von grundlegender Bedeutung, dass sich unsere Institutionen mit Überzeugung und mit aller Kraft für gemeinsame Verhandlungen der Europäischen Union einsetzen. Nur vereint können wir die notwendige Stärke zeigen, um dem amerikanischen Koloss und der aggressiven Politik der derzeitigen Trump-Administration die Stirn zu bieten.