Im Jahr 2025 wurden 25.445 Tonnen Gorgonzola g. U. exportiert, was etwa 39 % der jährlichen Produktion entspricht (Daten: Clal). Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein leichter Rückgang von 2,14 % gegenüber 2024 verzeichnet.
Unter den Hauptursachen für diesen Rückgang nennt Antonio Auricchio, Präsident des Konsortiums zum Schutz des Gorgonzola g. U. mehrere Faktoren, wie die internationale Unsicherheit, die rückläufige Nachfrage auf verschiedenen Märkten oder steigende Rohstoff- und Energiekosten. „Dieser Rückgang beunruhigt uns nicht, auch weil er die gesamte Branche betrifft und keineswegs auf eine geringere Beliebtheit des Gorgonzolas hindeutet. Dennoch ist es ein Warnsignal und es gilt mögliche Probleme zu analysieren und zu verstehen.“ Laut Auricchio besteht eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Hersteller, die auf das mangelnde Vertrauen der Verbraucher zurückzuführen ist, das durch eine instabile internationale Lage aufgrund von geopolitischen Spannungen, einem zunehmendem Protektionismus und durch zahlreiche Konflikte belastet wird, das internationalen Beziehungen verschlechtern und zu steigenden Energiekosten führen. „Die Blockade der Straße von Hormus darf nicht unterschätzt werden, da sie zu einem sehr unkontrollierbaren Anstieg der Energiekosten von unbekannter Dauer führen wird. Es herrscht eine große Unsicherheit, was die Entscheidungen der Unternehmer erschwert, die naturgemäß langfristig planen. Gleichzeitig sind die Verbraucher beunruhigt, die auf sicheren Anlagegütern wie Gold setzen.“
Es gibt zwar keinen Grund zur Alarmierung, aber zur Reflexion. „Landwirte, Produzenten, Konsortien und die Politik müssen gemeinsam handeln, um diesem Klima der Unsicherheit entgegenzuwirken und mit Maßnahmen die Produktion Made in Italy konkret zu unterstützen“, meint Auricchio abschließend.
EXPORT LAND FÜR LAND
Unter den drei weltweit wichtigsten Ländern nach Importvolumen von Gorgonzola g. U. konnten im Jahr 2025 Frankreich (511.494 Laibe, +2,38 %), das allein etwa ein Viertel der gesamten Exporte aufnimmt, und Spanien (175.580 Laibe, +3,17 %) ein Wachstum verzeichnen. Die Exporte nach Deutschland (432.793 Laibe, -6,9 %) mit dem zweitwichtigsten Auslandsmarkt gehen hingegen stark zurück. Auch die Exporte in den wichtigen Markt der Niederlande (90.737 Laibe, -16 %) und ebenso in die wichtigsten osteuropäischen Länder, wie Polen (-1,9 %), Rumänien (-15,7 %) und Ungarn (-7,61 %) sind rückläufig. Der lettische Markt (+153 %) und der dänische Markt (+25 %) konnte dagegen deutliche Zuwächse verzeichnen.
Im geografischen Europa fällt die Leistung im Vereinigten Königreich negativ aus (38.314 Laibe; -6,58 %), während Luxemburg um 8,8 % wächst und mit 113.952 importierten Laiben zum weltweit viertwichtigsten Absatzmarkt für Gorgonzola vorrückt.
Im Rest der Welt sinken die Exporte in die USA (31.440 Laibe; -2,62 %), da in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 Zölle auf EU-Importe eingeführt wurden, während die Leistung von Kanada (+113 %) äußerst positiv ist. Mit 41.758 importierten Laiben im Jahr 2025 und einem Wachstum von 2,5 % bestätigen die mehrheitlich laktoseintoleranten Japaner ihr großes Interesse an Gorgonzola g. U. Peru, Kasachstan und Vietnam sind Länder mit dreistelligen Wachstumsraten im Jahr 2025.
Am besten wird der „König der Blauschimmelkäse“ mit Weinen von einer gewissen Weichheit und Mineralität oder auch mit Bier (vorzugsweise Doppelmalz) serviert. Belgische Trappistenbiere oder Strohweine eignen sich hervorragend, um den einzigartigen Geschmack des würzigen, kräftigeren Gorgonzola g. U. hervorzuheben.